Teckel von den Teichen
Zwergdackel kurzhaar Züchterin Andrea Böhlke

Warum der Dackel so ist wie er ist


Es gibt kaum eine Hunderasse über die sich die Meinungen so teilen, wie es beim Dackel der Fall ist.
Man könnte schon fast sagen: entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Die einen sind dem Dackel komplett verfallen und andere hingegen würden sich wohl niemals mit dem Gedanken anfreunden können ausgerechnet einen Dackel als Haustier zu haben. Doch warum ist das eigentlich so? Für jeden Dackelbesitzer ist es natürlich absolut unverständlich; wie kann man denn die tollste Hunderasse der Welt nicht mögen? Uns ist jedoch bewusst, dass der Dackel nun mal nicht jedermanns Sache ist. Das muss es auch gar nicht. Denn Geschmäcker sind unterschiedlicher wie Tag und Nacht. Es gibt dennoch dieses Phänomen, welches fast jeder Dackelbesitzer kennt. Man kommt mit jemandem ins Gespräch und früher oder später kommt das Thema Dackel auf. Natürlich, schließlich können wir unsere kleinen Gauner nicht lange unerwähnt lassen. Die einen kreischen freudestrahlend auf: „Du hast einen Dackel?!“ und erzählen dir oftmals von tollen Geschichten aus ihrer Kindheit, wie vom Dackel der Großeltern, der im ganzen Dorf bekannt war. Dann gibt es aber auch noch diese, die dir mit fast abfälligem Gesichtsausdruck entgegnen: „Du hast einen Dackel?!“, daraufhin folgen Aussagen und Fragen die viele von uns mit Sicherheit schon mehr als einmal gehört, oder überhört, haben und die stereotypischer nicht sein könnten: „Ich mag keine Dackel, die sind doch hinterhältig.“, „Sind das nicht alles Kläffer?“, „Für mich sind das keine richtigen Hunde.“, „Hört der überhaupt? Ich dachte die sind alle stur und unerziehbar?", "Dackel sind doch nur etwas für alte Leute!". Das sind Momente, in denen man sich denkt: diese Person hat wohl noch nie einen Dackel so richtig kennen lernen dürfen. Schade eigentlich! Denn viele denken wahrscheinlich, dass man als  Dackelliebhaber „geboren“ werden muss,… das stimmt aber so nicht. Denn ein noch größeres Phänomen ist es nämlich, dass sich ein Dackel in so gut wie  jedes Herz schleichen kann. Noch öfter, als die eben aufgezählten Sätze, hört man nämlich: „Eigentlich mochte ich ja keine Dackel, bis ich deinen kennengelernt habe!“ oder gleich: „Früher hätte ich mir niemals nur vorstellen können selbst mal einen Dackel zu haben. Und jetzt könnte ich mir mein Leben nicht mehr ohne vorstellen.“. Viele hätten sich selbst niemals einen Dackel ins Haus geholt, aber wie das Schicksal es oftmals so will, sind einige durch die  verschiedensten Umstände sprichwörtlich „auf den Dackel gekommen“. Und wenn sie erst einmal dein Herz erobert haben, dann gibt es auch kein Zurück mehr. 
Deshalb bin ich auch der festen Überzeugung: wer Dackel nicht mag, der hat sie nicht verstanden. Und um Dackel verstehen zu können, muss man in der Geschichte etwas zurück gehen. Und zwar zu ihrem eigentlichen Ursprung. Was viele nämlich gerne einmal vergessen, der Dackel ist, seit jeher, ein waschechter und passionierter Jagdhund. Ursprünglich wurde er für die Jagd unter der Erde gezüchtet. Was kaum zu übersehen ist, denn man muss nur einmal einen kurzen Blick auf die Körperform des Dackels werfen. Kurze kräftige Beine und ein langer wendiger Körper. Perfekt um sich in den engen unterirdischen Röhren eines Dachsbaus bewegen zu können. Das besondere Aussehen ist aber nicht alles, was einen Dackel ausmacht. Es ist auch ihr charakteristisches Wesen. Was viele als Sturheit und Ungehorsam missverstehen, ist in Wahrheit ebenfalls auf ihren Ursprung zurück zu führen. Bei der Jagd unter der Erde mussten sie alleine Entscheidungen treffen können, eigene Taktiken entwickeln, blitzschnell umdenken und reagieren. Sich in kompletter Dunkelheit, in einem unterirdischen Röhrensystem, zurechtfinden. Und dann kommen wir und wollen einem gestandenen Dackel plötzlich sagen wo es lang geht und was richtig und was falsch ist? Das wäre ja wohl gelacht, doch nicht einem Dackel. Man könnte schon fast meinen, sie leiden zeitweise unter Größenwahn. Denn kein Gegner scheint zu groß zu sein um nicht wenigstens mal eben lauthals die Meinung zu verkünden. Aber was soll man auch von jemandem erwarten, der sich furchtlos in ein dunkles unterirdisches enges Loch begibt und sich dort allem stellt was sich darin befindet? Für einen Menschen ein mehr als befremdliches Szenario… für einen Dackel wiederum nicht. Da kann man als Dackel schonmal glauben, dass man in Wahrheit die Größe einer Dogge besitzt. Aber was hat die tatsächliche Körpergröße denn schon für eine Bedeutung, wenn man das Herz eines Löwen in sich trägt?
So hart die Schale des Dackels auch erscheinen mag, sie haben dennoch einen weichen Kern. Denn noch größer als die Liebe zur Jagd, ist die Liebe zu seinen Menschen. Und der Dackel wäre ja kein Dackel, wenn er sich über die vielen Jahre hinweg nicht auch in die Herzen der Familien geschlichen hätte. Als Dackel muss man sich halt alle Optionen offen halten. Und somit hat sich der einstige Jagdhelfer auch zu einem tollen Familien- und Begleithund entwickeln können, der heute nicht mehr wegzudenken wäre.


Text: Maria Bürger